
That’s Showbiz, Kid
We recently watched Wild Oats, the Shirley MacLaine film, and then — because apparently the film alone wasn’t punishment enough — read her book about making it. The movie is bad. Not “so bad it’s good,” just bad. But the book, which chronicles everything that went wrong behind the scenes, turned out to be the more entertaining production of the two.
It also rang a bell. A very specific, German-soap-opera-shaped bell.
Caterina once told us about guest-starring in Hotel Paradies, a German TV soap in which she played Rosita, the South American aunt. The show was produced by none other than Wolfgang Rademann, and reading about MacLaine’s ordeal, we kept thinking: we’ve heard this one before.
So let’s start at the beginning, because with Rademann there’s always a beginning, a betrayal, and eventually a request for free merchandise.
Back in 1962, Erik van Aro — Caterina Valente’s husband and manager — hired Rademann as her publicist. In that role, he had a front-row seat to her international career, and, being a resourceful man, he apparently took notes. Years later, as a producer, he took the American series Love Boat, ran it through a light rinse, and released it into German living rooms as Das Traumschiff. It became a massive hit. Homage is one word for it.
Fast-forward to the 1970s, when Rademann publicly announced that ZDF, the second German TV channel, would no longer be hiring Caterina Valente — she was, in his estimation, over and out. Having delivered that verdict, he then turned around and invited her to guest-star at a cancer charity event, because consistency has never been a prerequisite for a producing career. Caterina, who had never particularly warmed to him, confronted him about the whole “over and out” business. Shortly afterward — and entirely without his involvement, thank you very much — she headlined thre of her own variety specials on ZDF, in 1977 , 1979 and 1987. Some people call this poetic justice. We just call it Tuesday, if you’re Caterina Valente.
So naturally, holding no grudge whatsoever, she agreed in the 1980s to take the role of Rosita in Rademann’s Hotel Paradies. And what she described from that production reads like a page torn straight out of MacLaine’s Wild Oats memoir. The makeup artist managed to injure Caterina’s left eye badly enough that it required actual medical attention, and the look they’d styled her with was, by all accounts, absurd. She was unhappy about it — as anyone would be — but handled it the way professionals do, which is to say by simply getting on with the job.
Years later, long after Caterina had retired, Rademann showed up at her home in Lugano and offered something resembling an apology for his behavior over the years. Then he asked whether he could have ten copies of the Caterina Live 1968 CD/DVD, which also includes the Heidelberg TV special made for American audiences. Because that’s what you ask for after a decades-late apology tour — merchandise. Caterina, gracious as ever, said yes, and we sent him the ten copies.
The only reaction we ever got was a postscript, tacked onto the bottom of a letter about something else entirely, in which he mentioned that the copies had made a good impression on all the industry insiders he’d given them to, and complimented us on the production. Caterina, the one who actually made the thing worth watching, got nothing.
And that’s showbiz, kid
Das ist eben Showbiz, Kind
Wir haben uns kürzlich Wild Oats angesehen, den Film mit Shirley MacLaine, und danach — als hätte der Film allein nicht schon gereicht — auch noch ihr Buch darüber gelesen, wie er entstanden ist. Der Film ist schlecht. Nicht “so schlecht, dass er schon wieder gut ist”, sondern einfach schlecht. Das Buch aber, das minutiös aufzählt, was bei den Dreharbeiten alles schiefging, war die deutlich unterhaltsamere Produktion von beidem.
Und es kam uns bekannt vor. Auf eine sehr spezifische, deutsche-Vorabendserie-förmige Art bekannt.
Caterina hat uns nämlich einmal erzählt, wie sie als Gaststar in Hotel Paradies mitwirkte, einer deutschen Vorabendserie, in der sie die südamerikanische Tante Rosita spielte. Produziert wurde die Serie von niemand Geringerem als Wolfgang Rademann, und beim Lesen von MacLaines Leidensweg mussten wir immer wieder denken: Das kennen wir doch schon.
Fangen wir also von vorne an, denn bei Rademann gibt es immer einen Anfang, einen Verrat, und irgendwann eine Bitte um kostenlose Ware.
1962 engagierte Erik van Aro, Ehemann und Manager von Caterina Valente, Rademann als deren Pressesprecher. In dieser Funktion verfolgte er hautnah Caterinas internationale Karriere, und was er dabei sah und hörte, hat er sich, findiger Mann, der er war, offenbar gut gemerkt. Jahre später, nun als Produzent, nahm er die amerikanische Serie Love Boat, unterzog sie einer leichten Wäsche und schickte sie als Das Traumschiff ins deutsche Wohnzimmer. Es wurde ein Riesenerfolg. Hommage nennt man das wohl.
Vorspulen in die 70er-Jahre: Rademann erklärte öffentlich, dass das ZDF Caterina Valente nicht mehr engagieren werde — sie sei, seiner Einschätzung nach, erledigt und aus dem Rennen. Kaum hatte er dieses Urteil verkündet, lud er sie zu einem Gastauftritt bei einer Krebs-Wohltätigkeitsgala ein, denn Konsequenz war noch nie eine Voraussetzung für eine Produzentenkarriere. Caterina, die ihm ohnehin nie wirklich zugetan war, stellte ihn deswegen zur Rede. Kurz darauf — und völlig ohne sein Zutun, wohlgemerkt — bekam sie 1977, 1979 und auch 198 gleich drei eigene Personality-Show-Sondersendungen beim ZDF. Manche würden das poetische Gerechtigkeit nennen. Wir nennen es einfach Dienstag, wenn man Caterina Valente heißt.
Also übernahm sie in den 80ern, ganz ohne Groll, die Rolle der Rosita in Rademanns Hotel Paradies. Und was Caterina davon berichtete, liest sich wie eine Seite direkt aus MacLaines Wild-Oats-Memoiren. Die Maskenbildnerin verletzte Caterinas linkes Auge so schwer, dass es ärztlich behandelt werden musste, und der Look, mit dem man sie ausstaffiert hatte, war, aller Berichte zufolge, schlicht lächerlich. Sie war darüber unglücklich — wie jeder es wäre —, nahm es aber mit der Professionalität, die man von ihr kannte, einfach hin und machte weiter.
Jahre später, Caterina war längst im Ruhestand, besuchte Rademann sie zuhause in Lugano und entschuldigte sich, so gut es eben ging, für sein Verhalten über die Jahre. Dann fragte er, ob er zehn Exemplare der CD/DVD Caterina Live 1968 haben könne, die auch das für den amerikanischen Markt produzierte Heidelberg-TV-Special enthält. Denn genau das fragt man natürlich nach einer jahrzehntelang überfälligen Entschuldigungstour — nach Ware. Caterina, großzügig wie immer, sagte zu, und wir schickten ihm die zehn Exemplare.
Die einzige Reaktion, die wir je bekamen, war ein Postskriptum, angehängt an einen Brief, der eigentlich von etwas ganz anderem handelte, in dem er erwähnte, die Kopien hätten bei all den Branchenleuten, denen er sie geschenkt hatte, großen Eindruck gemacht, und er machte uns ein Kompliment zur Produktion. Caterina, die diese Produktion überhaupt erst sehenswert gemacht hatte, bekam nichts.
Das ist eben Showbiz, Kind
